Carl-Brilmayer-Gesellschaft e. V.

Brilmayers Stadtgeschichte neu aufgelegt


Inhaltsverzeichnis der Neuauflage

Hinweise zur Neuauflage

Carl Brilmayers Werk „Geschichte der Stadt Gau-Algesheim“ war 1883 in Fraktur-Schrift gedruckt, der damals meistbenutzten Druckschrift in Deutschland. Die geplante Neuauflage sollte den vorliegenden Text unverändert übernehmen, aber ein leichter lesbares und moderneres Druckbild bieten.

Inhaltlich ist die Neuauflage ergänzt durch die beiden Kapitel „Gau-Algesheim“ und „Laurenziberg“ aus Carl Brilmayers umfangreichem Standardwerk zur Geschichte Rheinhessens: „Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart“, durch biographische Angaben zu Carl Brilmayer, durch eine Liste ausgewählter Literatur zur Stadtgeschichte und ein Register der vorkommenden Familien- und Personennamen


Tag des offenen Denkmals 2013

Ein kaum bekannter Turm der Stadtmauer!

Das Motto des international begangenen Tages heißt in diesem Jahr „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale“.

Unbequem zum Beispiel deswegen, weil deren Besichtigung nur mit einiger Mühe möglich ist und sie zumeist unerreichbar sind, so in Gau-Algesheim der so genannte Kamp‘sche Turm in der Nähe der Schlossmühle, der daher gelegentlich auch Schlossturm genannt wird.

Am Sonntag, 8. September 2013, fanden gut 50 Interessierte Gelegenheit, dieses sonst nur unbequem zu erreichende Denkmal kennen zu lernen. Außer dem runden Graulturm am Festplatz ist der viereckige Schlossturm der letzte Zeuge der Gau-Algesheimer Stadtbefestigung mit den damals insgesamt zehn Türmen und vier Stadttoren.

Arnold Avenarius-Herborn stellte die Geschichte des Turms vor, Pia Steinbauer beschrieb den gegenwärtigen Zustand des Turmes, der - als Eigentum der Stadt Gau-Algesheim - nur von ihrem Grundstück aus zugänglich ist, und Wilhelm Mayer erzählte eine kurze Episode über die Schlossmühle. Selbstverständlich konnten die Besucher im Weingut Schlossmühle der Familie Luckas deren ausgezeichnete Weine verkosten.

Fotos: Andreas Muders


Gedenktafel für Erich Ney und das Gau-Algesheimer Lied

Unser Vorstandsmitglied Klaus Rein berichtet unter dem Datum vom 31. Juli 2013 in der Lokalausgabe der Allgemeinen Zeitung von der feierlichen Enthüllung der Gedenktafel für den Schöpfer des „Gau-Algesheimer Liedes“:

Das „Städtelein am wunderschönen Rhein mit goldigen Mädels und blumigem Wein“ huldigt dem Schöpfer des „Gau-Algesheimer Lieds“. Vor seinem ehemaligen Wohnhaus in der Hospitalgasse ertönen eine Original-Konserve mit Erich Ney als Solist, dann eine technisch wohlklingendere Aufnahme der Chorgemeinschaft Cäcilia/Sängerlust. Und schließlich stimmen die 50 Besucher der kleinen Feier das Lied an, das der vor 40 Jahren verstorbene Berufsmusiker aus Wanne-Eickel den Bürgern seines letzten Wohnsitzes gewidmet hat.

Zusammen mit Ney-Tochter Sigrid Fricke und Stadtbürgermeister Dieter Faust enthüllt der Vorsitzende der Carl-Brilmayer-Gesellschaft (CBG), Dr. Michael Kemmer, in der Hospitalgasse eine Tafel, die an den Komponisten und Texter der 1938 erstmals intonierten Lokalhymne erinnert. Ney, einst auch Pianist in der regional bekannten Kapelle des Gau-Algesheimer Drogisten August Kleisinger, werde – so Kemmer – von der CBG gewürdigt als „weniger bekannter“ Komponist eines in der Region überaus bekannten Liedes. Das werde, so ergänzt der Stadtbürgermeister, bei allen Volksfesten, offiziellen Feiern und karnevalistischen Veranstaltungen gesungen und schaffe so „Identität“ mit der Stadt und ihren Menschen.

Vor offiziellen und privaten Gästen, unter ihnen auch Verbandsbürgermeister Dieter Linck, skizziert Horst Bischel in launigen Worten Wesen und Wirken des 1905 in Wanne-Eickel geborenen Musikers. Ob am Klavier in Filmtheatern oder auf der Bühne – zusammen mit der Kapelle seines Nachbarn Kleisinger erwirbt sich der Pianist und Sänger große Popularität – „die Höhner der 20er Jahre“. Auch bei den Gau-Algesheimer „Gulaschsängern“ reiht sich Ney ein – und mehrt den Ruf der heimischen Fastnacht. Schnell findet er Kontakt zu Vereinen und Bevölkerung.

Besondere Heiterkeit erntet Bischel mit seinem Hinweis, dass der Geburtstag des 1909 geborenen Vaters der städtischen Nationalhymne heute als Tag der Einheit gefeiert wird. Das Lied selbst biete auch 75 Jahre nach seiner Premiere ein Spiegelbild des „liebenswerten Gau-Algesheims“.

Um Ney rankt sich so manche Anekdote. Als Musiklehrer hält er sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit 60-minütigem Klavierunterricht über Wasser, kassiert für jede Stunde Kartoffeln, Brot oder Wurst. Bevorzugt natürlich auch Wein. Als ihm eines Tages statt der tariflich vereinbarten Ein-Liter-Flasche eine kleinere serviert wird, kürzt er den Unterricht um ein Viertel(e) auf 45 Minuten. Auch Kunst hat ihren Preis...

- zum Text der Laudatio von Horst Bischel hier klicken -

Die Tafel für Erich Ney in der Hospitalstraße reiht sich ein in die von der Carl-Brilmayer-Gesellschaft aufgestellten Tafeln für Rudolf Eickemeyer im „Eickemeyer-Park“, für Johann Jakob Hauer in der gleichnamigen Straße gegenüber dem „Heljehaisje“ und für Christian Erbach an der Ecke Christian-Erbach-Straße/Kirchstraße.

Bilder: Andreas Muders


Ausflug mit der Bahn nach Bensheim

Bilder: Andreas Muders

Eine überschaubare Gruppe von Mitgliedern der Carl-Brilmayer-Gesellschaft trat an einem sonnigen Samstagmorgen mit der Bahn die Reise nach Bensheim an, um sich von Prof. Dr. Rösch durch die interessante Stadt an der Bergstraße führen zu lassen.


Unterirdische Spuren der alten Stadt wieder entdeckt

Bei den Straßenbauarbeiten in der Langgasse wurden auf der rechten Straßenseite vor dem Anwesen Mayer (früher: Doré) am nördlichen Rand der Altstadt Überreste von Gängen im Umfeld der alten Stadtbefestigung entdeckt.

s. AZ-Bericht von Klaus Rein

Blick auf das angrenzende Haus Mayer
Oberkante eines Ziegelgewölbes

Internationaler Museumstag 12. Mai 2013

Ausstellung im Stadtmuseum von 15:00 bis 18:00 Uhr:

"Gau-Algesheimer Protokollbuch 1701 - 1733"

außerdem  von 15:00 bis 18:00 Uhr Graulturm geöffnet

zum Pressebericht hier klicken


Gedenkstätte für NS-Opfer in der Laurenzikirche wieder eröffnet

Allgemeine Zeitung, 3. Mai 2013

Klaus Rein - Mit der Überreichung eines Schecks über 1500 Euro unterstützte der Verein Kaffee Kaputt die Sanierung der Gedenkstätte für NS-Opfer in der Laurenzikirche. Damit trug das Team um Michael Hattemer wesentlich zu der Neugestaltung der 1986 von Pfarrer Ludwig Hellriegel zusammengestellten Bild- und Textdokumentation bei. Den Scheck für die Carl-Brilmayer-Gesellschaft (CBG) nahmen Pfarrer Henning Priesel und der CBG-Vorsitzende, Dr. Michael Kemmer, nach dem Gottesdienst entgegen, mit dem regelmäßig am 1. Mai die Kirche nach der Winterpause ihre Pforten öffnet. Die Laurenzikirche gehört zur Gau-Algesheimer Pfarrei St. Cosmas und Damian und ist während der wärmeren Jahreszeit auch Ziel von Wallfahrten.

Schon zu Beginn des Gottesdienstes, der von der Chorgemeinschaft Cäcilia-Sängerlust und den Alagast Singers musikalisch begleitet wurde, hatte Priesel das Engagement der CBG für die Sanierung der wegen Feuchtigkeit und Kälte vom Verfall bedrohten Gedenkstätte gewürdigt. Der Pfarrer dankte in bewegten Worten für die Erweiterung um Bilder einer Laurenziberger Familie. Die Ermordung des Goldschmieds Richard Möbius und zweier Kinder dokumentiere die „unmittelbare Nähe“ von Frevel und Verbrechen der Nationalsozialisten. Die Gedenkstätte widme sich dem Einsatz „Wider das Vergessen“ und mahne zu Gerechtigkeit,

Der CBG-Vorsitzende Dr. Michael Kemmer verwies auf den „desolaten Zustand“ der Gedenkstätte im letzten Jahr, der zu der Sanierung geführt habe. Bilder und Texttafeln von 15 Personen stehen – so Kemmer – für die unzähligen Opfer der NS-Diktatur. Die Botschaft sei deshalb: „Wehret den Anfängen“. Willkür und Terror hätten unmittelbar nach der Machtergreifung 1933 eingesetzt, was auch durch die vorübergehende Verschleppung von Gau-Algesheimern im Juni jenen Jahres belegt werde.

Erinnerung an Greueltaten

Stadtbürgermeister Dieter Faust bezeichnete die Gedenkstätte als „Anker der Geschichte“. Das Engagement der Carl-Brilmayer-Gesellschaft und ihrer Unterstützer sorge dafür, dass die Erinnerung an NS-Greueltaten wach bleibe. In seinen Dankesworten hob der Stadtbürgermeister den ehrenamtlichen Einsatz des Malermeisters Fritz Janz und der Grafikerin Kerstin Adams-Voltz hervor. Die Gestaltung der Gedenkstätte fand bei den Besuchern des Gottesdienstes großen Anklang.

An Jugendliche gerichtet

Michael Hattemer machte deutlich, dass die Gedenkstätte sich ganz wesentlich auch an Jugendliche wende, um vor Diktatur und Terror zu warnen. Zu den Förderern des Projekts zählt auch die Stadt, vor allem aber die Familie Möbius, die einen stattlichen Betrag für die Erneuerung der Gedenkstätte zur Verfügung stellte.

An die Übergabe der Gedenkstätte schloss sich die Maifeier der Chorgemeinschaft Cäcilia-Sängerlust an, die sich seit vielen Jahren auf dem Laurenziberg mit Bürgern und Freunden trifft. Am Nachmittag traten die Alagast Singers und die Chor AG der Schloss-Ardeck-Grundschule bei einem Gospelkonzert auf.

Im vergangenen April hatte die Chorgemeinschaft zum zweiten Mal die Laurenzikirche von der Turmspitze bis zum Sockel mit einem neuen Anstrich versehen. Nach der Sanierung der Gedenkstätte hoffen die Sänger um Ludwig Schneider und Malermeister Fritz Janz, dass das Kirchengebäude auch innen renoviert werden kann.

 

Kirche und Gedenkstätte wieder geöffnet

AZ, 30. April 2013 - (rei). Die Laurenzikirche und die dortige Gedenkstätte für Opfer der NS-Diktatur werden ab 1. Mai nach Winterpause und Renovierung wieder zugänglich sein. Die Chorgemeinschaft Cäcilia-Sängerlust gestaltet zum Auftakt der Wallfahrtssaison ab 10 Uhr einen Gottesdienst mit ihren Vereinschören. Um 13.30 Uhr ist unter dem Titel „Sing and pray“ („Singen und beten“) ein Gospel-Konzert mit den Alagast-Singers und der Chor-Arbeitsgemeinschaft der Schloss-Ardeck-Grundschule geplant. Die Chorgemeinschaft feiert am 1. Mai im Umfeld der Kirche und lädt die Bürger zu Essen, Kaffee und Kuchen ein.

Bis zum Sockel renoviert

Die Sänger um Ludwig Schneider hatten im vorigen Jahr die Laurenzikirche außen von der Dachspitze bis zum Sockel renoviert. In den letzten Wochen hatte zudem Fritz Janz Gewölbe und Säulen unter der Empore saniert, nachdem die Carl-Brilmayer-Gesellschaft (CBG) unter der Federführung von Dr. Michael Kemmer Bilder und Texttafeln erneuert hatte. Feuchtigkeit und Kälte hatten der von Pfarrer Dr. Ludwig Hellriegel 1986 eingerichteten Gedenkstätte für die Märtyrer der Diözese Mainz arg zugesetzt.

Neben Janz unterstützte auch Kerstin Adams-Voltz die Sanierung der Gedenkstätte. Die Appenheimerin hatte mit ihrem Designteam unentgeltlich die Gestaltung der Info-Tafeln übernommen. Am ersten Maitag stehen Mitglieder der Carl-Brilmayer-Gesellschaft für Fragen zur Verfügung und bieten auch Veröffentlichungen zur Gau-Algesheimer Geschichte an.

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Gedenkstätte für NS-Märtyrer in Gau-Algesheimer Laurenzikapelle vor Verfall bewahrt

Allgemeine Zeitung vom 8. April 2013

Klaus Rein - Rechtzeitig vor der Öffnung der Laurenzikirche am 1. Mai legten Dr. Michael Kemmer und Fritz Janz letzte Hand an die von der Carl-Brilmayer-Gesellschaft (CBG) renovierte Gedenkstätte für NS-Märtyrer der Diözese Mainz. In dem Gotteshaus brachten der CBG-Präsident und der pensionierte Malermeister unter der Empore nach der Gewölbe-Sanierung zwölf Bilder von ermordeten Katholiken an. Die Stadt und der Verein Kaffee Kaputt hatten die Sanierung finanziell unterstützt, um die durch Feuchtigkeit entstandenen Schäden an den Bildern zu beseitigen.

Zwei weitere Fotografien zeigen erstmals die Laurenziberger Familie des im KZ Buchenwald verstorbenen Goldschmieds Richard Möbius und seine Kinder Adolf und Emma, die in der „Landespflegeanstalt“ Eichberg im Rheingau getötet wurden. Möbius war wegen seines Protests gegen die Verschleppung der an Kinderlähmung Erkrankten inhaftiert worden. Erinnert wird jetzt auch an elf Gau-Algesheimer, meist Mitglieder von Zentrumspartei und SPD, die im Juni 1933 widerrechtlich über mehrere Wochen im KZ Osthofen eingesperrt wurden.

Die Gedenkstätte war 1986 von Pfarrer Dr. Ludwig Hellriegel eingerichtet worden. Sie will die Erinnerung an die Männer und Frauen wachhalten, die sich der Hitler-Diktatur widersetzten, unter ihnen auch mehrere Rheinhessen. Am 5. März 1945 starb der frühere Reichstagsabgeordnete Dr. Friedrich August Bockius im KZ Mauthausen. Der Bubenheimer war Vorsitzender der hessischen Zentrumspartei. Der Mainzer Emil Darapsky, Lehrer in der Domstadt, Sprendlingen und Wöllstein wurde 1944 zum Tod verurteilt, weil er scharfe Kritik an Krieg und Hitler äußerte.

Der Bodenheimer Anton Knab, ebenfalls Lehrer in Mainz (Marienschule) und Wöllstein, wurde trotz eines Freispruchs ins KZ Dachau verschleppt und dort erschlagen. Der Saarländer Johann Petri betreute als „Barmherziger Bruder“ Behinderte und wirkte als Küster in der Mainzer Pfarrei St. Alban.

Er wurde wegen einer kritischen Äußerung denunziert und verhaftet. Er starb im KZ Dachau – angeblich an einer Lungenentzündung.

In einem Darmstädter Gefängnis erlag Pfarrer Karl Schwenk, früher Kaplan in Heidesheim, Dromersheim und Nieder-Olm einem Schlaganfall. Er hatte in seiner oberhessischen Pfarrei das Aufziehen von Hakenkreuz-Fahnen verhindert.

Der Nieder-Olmer Rudolf Seibert, konsequenter Katholik, Sörgenlocher Lehrer und Bezirkssportwart im katholischen Jugendverband DJK, wurde 1933 im Lehrerhaus von SA-Schergen zusammengeschlagen und erlag später den Folgen seiner Verletzungen.

 

Vortrag „Der Gau-Algesheimer Kopf“

Das Naturschutzgebiet „Gau-Algesheimer Kopf“ auf dem Westerberg umfasst rund 76 Hektar und beherbergt äußerst seltene, teilweise nur hier vorkommende Pflanzen. Aufgrund der günstigen Umweltbedingung gedeihen einmalig in Deutschland z.B. Wunderveilchen, buntes Perlgras, Leberblümchen, Diptam sowie fünf verschiedenen Orchideenarten. Der Initiator zur Unterschutzstellung des Gebietes Anfang der 80er Jahre, der Biologe Studiendirektor a. D. Klaus Hang, hielt am 19.04.2013 im Rahmen der Carl-Brilmayer-Gesellschaft e. V. einen Vortrag mit Bildern über die Flora des Gau-Algesheimer Kopfes, der begeisterte Aufnahme fand.


CBG-Mitgliederversammlung 2013 am 14. März 2013

zum Bericht hier klicken

Tafel zur Erinnerung an den Kirchenmusiker und Komponisten Christian Erbach aufgestellt

 

An der Einmündung der 1947 so benannten Christian-Erbach-Straße in die Kirchstraße wurde von der Carl-Brilmayer-Gesellschaft eine Erinnerungstafel angebracht, die über Leben und Wirken des etwa 1570 in Gau-Algesheim geborenen Christian Erbach informiert. (Mehr zum Leben Erbachs hier klicken.) Nach ihm benannt sind außerdem die Christian-Erbach-Realschule plus Gau-Algesheim und der seit 1945 bestehende Christian-Erbach-Chor, der u.a. für seine qualitätvollen kirchenmusikalischen Konzerte im weiten Umkreis hohe Anerkennung findet.

Ehrung beim Stadtempfang 2013

Beim jährlichen Stadtempfang zur Erinnerung an die Verleihung der Stadtrechte 1355 wurde Dr. Bernhard Freund, CBG-Mitglied und ehemaliger Vorsitzender des Christian-Erbach-Chores, für seine Verdienste um die Erforschung des Lebens und Wirkens von Christian Erbach als „verdienter Bürger“ mit der Verleihung des Stadtsiegels in Bronze geehrt. Den Festvortrag hielt CBG-Mitglied Klaus Hang, Studiendirektor im Ruhestand, zum Thema des Naturschutzgebietes „Gau-Algesheimer Kopf“. Zur Presseberichterstattung hier klicken

Die Vorstandssitzung 2012 fand am Donnerstag, 22.11.2012 um 19:00 Uhr im Rathaus der Stadt Gau-Algesheim statt.

Zur Information über die Aktivitäten 2012 hier klicken.

Tafel zur Erinnerung an den Maler Johann Jakob Hauer aufgestellt

Die Stadt Gau-Algesheim hatte 1986 eine Straße nach dem im März 1751 in Gau-Algesheim geborenen Johann Jakob Hauer  benannt. An dieser Straße wurde nun von der Carl-Brilmayer-Gesellschaft eine Erinnerungstafel aufgestellt, die in komprimierter Form über das Leben und Wirken von Johann Jakob Hauer informiert.

Hauer befand sich zu Beginn der französischen Revolution in Paris, wo er ab 1789 Kommandant eines Bataillons der Nationalgarde war und Zugang zu Pariser Gefängnissen hatte. Dort konnte er Skizzen anfertigen für die von ihm geschaffenen Gemälde über Gefangene und Hingerichtete. Diese Gemälde wurden unter anderen als Bestandteile von Abhandlungen über die französische Revolution in französische Schulbücher übernommen. Auch nach der Revolution blieb Hauer in Frankreich und verstarb 1829 in Blois/Loire.

Siehe auch unter "Veröffentlichungen der CBG" die Dokumentation in Deutsch und Französich von E. Hinkel: "Der Maler Johann Jakob Hauer"

"Die Kelten - eine frühe Hochkultur im Herzen Europas"

Der bebilderte Vortrag (Referent Dr Michael Kemmer) am Donnerstag, 13.09.2012 in der Rathauscheune Gau-Algesheim fand regen Zuspruch und motivierte zum Besuch der "Keltenwelt am Glauberg" mit Museumsführung am Samstag, 15.09.2012. Die ausführliche und fachlich hervorragende Führung ließ die Begeisterung erkennen, mit der die herausragenden keltischen Funde des Glaubergs geborgen und restauriert wurden und nun der Öffentlichkeit in einem modernen Museum präsentiert werden können.

Der "Tag des offenen Denkmals 2012" stand unter dem Thema "Holz". Die Carl-Brilmayer-Gesellschaft zeigte am Sonntag, 09.09.2012 von 11:00 bis 18:00 Uhr in der Rathausscheune Gau-Algesheim eine Fotoaustellung über das kunstvolle hölzerne Gebälk der drei Gau-Algesheimer Kirchtürme, der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche, der katholischen  Pfarrkirche St. Cosmas und Damian und der Laurenzikirche. Außerdem standen von 17:00 bis 18:00 Uhr sieben versierte Fachleute für Fragen und Gespräche zur Verfügung, deren Ausführungen lebhaftes Interesse fanden.

 

"Historische Fotos vom Laurenziberg" - neue Publikation der Carl-Brilmayer-Gesellschaft

Die Carl-Brilmayer-Gesellschaft hat ein neues Buch herausgebracht mit dem Titel: „Historische Fotos vom Laurenziberg“. Menschen und Häuser auf dem Laurenziberg, frühere Wallfahrten, Pferde, Traktoren, landwirtschaft­liche Maschinen, all dies sind die Themen des von Pia Steinbauer gestalte­ten Foto-Bandes. Der Band ist für 12 Euro erhältlich bei Schreibwaren Aumüller, Langgasse 21, Gau-Algesheim, bei der Tourist-Info Gau-Algesheim oder per Bestellung beim 1. Vorsitzenden der CBG.

 

„Codex Laureshamensis“ – Nachdruck von der Carl-Brilmayer-Gesellschaft erworben

Der Lorscher Codex ist ein handgeschriebenes Buch, das etwa zwischen 1167 und 1190 im Lorscher Kloster entstanden ist. Es enthält eine umfangreiche Geschichte des Klosters und einen Teil mit vereinfachten Abschriften von über 3800 Urkunden, die sich einst im Archiv des Klosters befunden haben. Die Urkunden handeln von Kauf- und Tauschverträgen und dem Kloster gemachten Schenkungen. Der besondere Wert des Buches liegt darin, dass die Abschriften die einzige erhaltene Überlieferung der vollständig verlorenen Originalurkunden darstellen, wobei die frühesten Urkunden aus den Jahren ab 764 stammen. Der Lorscher Codex ist die älteste geschriebene Geschichtsquelle für Hunderte von Orten, so auch für Gau-Algesheim (766) und den Laurenziberg (767).

Im Jahr 2008 wurde der Codex als fotografischer Nachdruck (Faksimile) von der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und dem Kuratorium Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch e.V. herausgegeben.

Die Carl-Brilmayer-Gesellschaft e. V. hat nun im Juni 2012 den wertvollen Faksimile-Band einschließlich eines Begleitbandes erworben. Die Bände stehen zur Einsichtnahme zur Verfügung und der Faksimile-Band hat einen herausragenden Platz im Stadtmuseum „Raum der Geschichte“ gefunden.

Vortrag auf dem Laurenziberg

Die Carl-Brilmayer-Gesellschaft lädt ein zu einem Vortrag von Reiner Letzner am 22. Juni 2012 auf dem Laurenziberg:

„Die Wüstung Bergen - Versuch einer Rekonstruktion der Gemarkungsgrenze“ 

  • 17:30 Uhr, Gang zur ehemaligen Gemarkungsgrenze Treffpunkt am Weingut Lich
  • 18:30 Uhr, Vortrag im Weingut Lich

Die »Bercheim marca« (Gemarkung Bergen) wurde erstmals am 1. November 767 in einer Schenkungsurkunde des Klosters Lorsch erwähnt.

Anhand der Beschreibung der Gemarkungsgrenzen von Gottfried Mascop in seinem Atlas der linksrheinischen Ämter Bingen, Olm und Algesheim für die Dörfer Algesheim, Dromersheim und Ockenheim aus dem Jahr 1577, anhand des typischen Verlaufs der Grundstücksgrenzen an benachbarten Gemarkungen, anhand historisch überlieferter Flurnamen und der historischen Grenzsteine wird der Versuch unternommen, die ehemaligen Gemarkungsgrenzen der Wüstung Bergen zu rekonstruieren.

In Zusammenhang mit diesem Vortrag wurde im August 2012 durch Otto Bertram das Teilstück eines Laurenziberger Grenzsteins an dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus angebracht und mit einer Informationstafel versehen.

 

Panoramatafel an der GAGA

Auf dem Westerberg an der Schutzhütte „GAGA“, die den Namen des früheren Spender-Unternehmens „Gebrüder Avenarius Gau-Algesheim“ trägt, wurde am 7. Juni 2012 ein 200 mal 20 Zentimeter großes Panoramafoto an die Stadt Gau-Algesheim übergeben. Die Panoramatafel ist von der Carl-Brilmayer-Gesellschaft initiiert und gefördert und informiert über die von hier aus sichtbare Landschaft von Rhein und Nahe, über die Gemeinden der Umgebung und deren historische und aktuelle Sehenswürdigkeiten.

 

 

Internationaler Museumstag 2012

Bilder: Andreas Muders



Mitgliederversammlung 2012


Einweihung des Eickemeyer-Parks

Bilder von Andreas Muders


"Stadt in die Moderne geführt"

RHEIN MAIN PRESSE, 13. März 2012

Von Klaus Rein

Eickemeyer-Park - Gau-Algesheim benennt Grünanlage nach früherem Bürgermeister

Vor genau 201 Jahren trat er sein Amt als Bürgermeister von Gau-Algesheim an. Als er es nach elf Jahren abgab, trug die Stadt die markante Handschrift des Politikers Rudolf Eickemeyer. Er gründete die Feuerwehr, reformierte das Schulwesen und ließ die Stadtmauer abtragen. Eickemeyer organisierte den Feldschutz und die Schädlingsbekämpfung in den Weinbergen. Die vielleicht größte Leistung: Zielstrebig baute er einen enormen Schuldenberg ab und hinterließ ein nahezu schuldenfreies Gau-Algesheim.

Am Sonntag würdigte der Vorsitzende der Carl-Brilmayer-Gesellschaft (CBG), Dr. Michael Kemmer, das Wirken Eickemeyers, dessen Namen jetzt der Park an der Schulstraße trägt: „Mit fester Hand hat er die Stadt vom Mittelalter in die Moderne geführt.“ Dass Gau-Algesheim sich erst 187 Jahre nach dem Tod zu dieser Ehrung bereit fand, lag sicher an Person und Zeitumständen. Selbst in jüngeren Chroniken findet man - so Stadtbürgermeister Dieter Faust - kaum Hinweise auf den verdienten Stadtpolitiker.

Spektakulärer Werdegang

Eickemeyers Werdegang war spektakulär. Geboren 1753 als Sohn eines kurmainzischen Artillerie-Hauptmanns wird er ebenfalls Offizier, studiert in Frankreich und England, wird Professor an der Mainzer Universität. Als die Franzosen Mainz einnehmen, schließt der sich für die Festung verantwortliche Offizier der Revolutionsarmee im Range eines Generals an. Vom Präfekten wird Eickemeyer 1811 zum „Maire“ von Gau-Algesheim ernannt, bekleidet das Amt des Bürgermeisters auch unter österreichisch-bayerischer und hessisch-darmstädter Verwaltung.

Mit seiner fortschrittlichen Politik - so berichtete Kemmer bei der Einweihung des Parks - eckte Eickemeyer zunächst in der von Kirche und Geistlichkeit geprägten Stadt an. Die Gesellschaft musste einen selbstbewussten Bürgermeister als den Vertreter der Zivilgesellschaft akzeptieren. Der CBG-Vorsitzende: „Das ging nicht ganz schmerzfrei.“

Stadthistoriker Norbert Diehl und Kemmer offenbarten einen weiteren Grund für Distanz und Anfeindungen. Der Wechsel von kurmainzer in französische Dienste und der Kampf „gegen seine deutschen Brüder“ wurde Eickemeyer als „Verrätherey“ angelastet. Diehl: „In der Festschrift zur 600-Jahrfeier 1955 wird Eickemeyer mit keinem Wort erwähnt.“ Auch die 1 300 Seiten starke Mainzer Stadtgeschichte gehe nicht auf den ehemaligen Universitätsdekan und für die Festungsanlagen verantwortlichen Ingenieur-Oberstleutnant ein.

Gedenktafel aufgestellt

Die Verdienste Eickemeyers bewogen die CBG zu dem Vorschlag, den Park nach dem einstigen Bürgermeister zu benennen und eine Gedächtnistafel aufstellen zu lassen. Kemmer bei der Feierstunde, die vom Bläser-Ensemble der Katholischen Kirchenmusik umrahmt wurde: „Eickemeyer fand als integrer und allseits geachteter Mensch Anerkennung.“ Denn er sei „ein Mann mit Grundsätzen und festen Wertvorstellungen“ gewesen und habe sich an den Menschenrechten und den Idealen der Aufklärung orientiert.

Die „Baireuther Zeitung“ widmete Eickemeyer am 22. September 1825 - zwei Wochen nach dem Tod des Gau-Algesheimers - einen würdigenden Nachruf. Das Blatt entschuldigte den Wechsel zu den Franzosen („Ein vielleicht übereilter Schritt“) mit Eickemeyers Empörung über die seiner Meinung nach feige Übergabe der Mainzer Festung an die Revolutionsarmee. Weiter heißt es: „Nie hat ein redlicher Mann sich schöner durch ehrende Taten gerechtfertigt als er.“ Sein Andenken werde „vielen Menschen, denen er Retter und Beschützer war, heilig seyn“.

 

Dr. Michael Kemmer: 900 Jahre Schloss Ardeck


Anlässlich des diesjährigen Empfangs zum 657. Jahrestages der Stadterhebung beleuchtete der Vorsitzende der Carl-Brilmayer-Gesellschaft Dr. Michael Kemmer die 900jährige Geschichte des Schlosses Ardeck. Dabei berührte er zugleich wichtige Stationen der Stadtgeschichte und des Erzbistums Mainz, zu dessen Territorium Algesheim von der Veroneser Schenkung im Jahre 983 bis zum Ende des Kurstaates an der Wende von 18. zum 19. Jahrhundert gehörte.

Im Schloss Ardeck, südlich des Ortes in sumpfigem Gebiet zunächst als Fluchtburg errichtet und 1112 als "Moseburg" urkundlich erwähnt, spiegeln sich 900 Jahre Geschichte von Algesheim wider: Von der frühen Landesburg über den befestigten Bau am Rande der noch jungen Stadt und der Schleifung der wehrhaften Teile am Anfang des 19. Jahrhunderts bis hin zum heutigen Bürgerhaus.