Carl-Brilmayer-Gesellschaft e. V.

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Mit dem Smartphone Gau-Algesheimer Geschichte kennenlernen - QR-Codes bringen historische Gebäude zum Sprechen

Mai 2018 - Der 175. Geburtstag Carl Brilmayers auf der einen Seite und das Motto des diesjährigen Internationalen Museumstages auf der anderen Seite, das da lautete: „Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher“ war für die Carl-Brilmayer-Gesellschaft Ansporn, eine schon länger im Vorstand gehegte Idee in die Tat umzusetzen.
So startete im Mai unter dem Slogan "Auf den Spuren Carl Brilmayers durch Gau-Algesheim" eine ganz besonderes QR-Code-Projekt. Mit ihm will die Gesellschaft auf Brilmayers Pfaden Gau-Algesheim erkunden und nach und nach regionale historische Informationen digital aufbereitet der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Zum Projekt
Dazu war natürlich einiges an Vorarbeit notwendig. Eine neue Website wurde eingerichtet und an den Start gebracht. Sie ist unter historisches-gau-algesheim.de zu erreichen. Ebenso wurden die QR-Codes erstellt. QR-Code steht übrigens für das englische „Quick Response“, übersetzt „schnelle Antwort“ und ist ursprünglich eine Entwicklung der japanische Autoindustrie. Heute werden QR-Codes im Alltag überall da benutzt, wo den Menschen weitere Informationen an die Hand gegeben sollen - so auch beim QR-Code-Projekt der Carl-Brilmayer-Gesellschaft.
Nachdem die ersten Gebäude für die Startsequenz ausgesucht und das Einverständnis der Eigentümer eingeholt waren, ging es an das Entwerfen der entsprechenden Info-Tafeln. Das Herz dieser Tafeln ist der sogenannte QR-Code. Er ist die Schnittstelle zur Internetseite und weiteren Informationen.
Dann folgte der wichtigste Teil: die Sichtung der historischen Quellen, das Abfassen der Texte, die Auswahl der historischen Fotos und die Erstellung der Audiotexte.
Zum Start des Projektes wurden drei historische Gebäude in Gau-Algesheim mit Info-Tafeln versehen: das Rathaus, Schloss Ardeck und die katholische Pfarrkirche (hier kann die Tafel erst endgültig nach Abschluss der Straßenbauarbeiten befestigt werden).

Mit dem Smartphone Gau-Algesheim entdecken
Nun benötigen Sie lediglich ein Smartphone, einen Internetzugang und eine QR-Reader-App – und schon können Sie auf den kleinen Täfelchen die entsprechenden QR-Codes auslesen.
Mit dem Smartphone abfotografiert führt Sie der QR-Code zu einer Internetseite, die mit Text, Audio-Datei und historischen Bildern versehen, Informationen zur jeweiligen Sehenswürdigkeit am Standort liefert.
Sachlich und kompakt erhält der Betrachter so die wichtigsten Informationen zum betreffenden Gebäude.


Osterputz: Kirchturmuhrzifferblatt erstrahlt in frischem Glanz

Helmut Heide (Foto)  und Dr. Michael Kemmer haben das alte Kirchturmuhrzifferblatt im Treppenhaus der Rathausscheune rechtzeitig zum Osterfest aufs feinste saubergeputzt. Auch haben sie eine neue Hinweistafel für das Zifferblatt und den Raum der Geschichte angebracht.


Neue Publikation: Christian Erbach – Kirchenmusiker und Sohn der Stadt Gau-Algesheim

v.r.n.l.: StD Werner Reitz, Vorsitzende Pia Steinbauer, Verbandsbürgermeister Benno Neuhaus, Dr. Michael Kemmer

Hier übergibt die Carl-Brilmayer-Gesellschaft den Band 61 ihrer Reihe „Beiträge zur Geschichte des Gau-Algesheimer Raums“ an Benno Neuhaus, den Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim und Vorsitzenden des Christian-Erbach-Chores. Das Buch „Lieder oder sakrale Gesänge“ enthält die 1603 veröffentlichten 22 Kompositionen „Cantiones Sacrae“ des Christian Erbach. Die historischen Noten hat Studiendirektor i.R. Werner Reitz in ein modernes Partiturbild übertragen und dieses in die heute gebräuchliche Notenschrift umgewandelt. Dr. Michael Kemmer gestaltete die äußere Form und ergänzte das Werk mit Angaben zum Wirken und Leben Christian Erbachs. Die originale Buchausgabe der Notenschrift ist archiviert in: Bibliothèque Musicale de l'Union Sainte Cécile du Diocèse de Strasbourg, 15 rue des Écrivains, 67000 Strasbourg, France. In der bisher hier unbekannten und nun veröffentlichten Schrift geht es um das Werk eines Menschen, der einen festen Stellenwert in der allgemeinen Wahrnehmung der Region hat. Eine Christian-Erbach-Straße, die Christian-Erbach-Realschule plus und der katholische Kirchenchor „Christian-Erbach-Chor“ halten die Erinnerung wach an diesen in der ausgehenden Renaissance um 1570 geborenen Bürger der Stadt Gau-Algesheim.

(mehr zu Christian Erbach hier)


Gau-Algesheim im Nationalsozialismus

GAU-ALGESHEIM – In diesen Tagen stellte die Carl-Brilmayer-Gesellschaft den 60. Band ihrer Reihe „Beiträge zur Geschichte des Gau-Algesheimer Raums“ vor.
In dem 128 Seiten starken Buch „In Gau-Algesheim war die Welt in Ordnung!“ beleuchtet Autor Björn Scherzinger den Einfluss des Nationalsozialismus und seiner Ideologie auf das katholische Gau-Algesheim und seine Bewohner im Dritten Reich. Er zeigt die Auswirkungen des Nationalsozialismus in den politischen und gesellschaftlichen Bereichen eines kleinstädtischen Milieus unter Berücksichtigung regional ausgeprägten Besonderheiten. Scherzingers akribische Recherche und die strukturierte Aufarbeitung seiner Arbeit dient nicht nur der Aufhellung und Darstellung von Fakten und Zusammenhängen, sondern findet auch Antworten auf viele Fragen dieser Zeit.  
„Der Autor Björn Scherzinger arbeitet damit ein Stück jüngerer Geschichte auf und leistet einen wichtigen Beitrag zu unserer Stadtgeschichte“, so die Vorsitzende Pia Steinbauer.
Das Buch „In Gau-Algesheim ist die Welt noch in Ordnung!“ ist in der Buchhandlung herr holgersson, in der Katholischen Öffentlichen Bücherei oder über die Carl-Brilmayer-Gesellschaft (info@brilmayer-gesellschaft.de) erhältlich. Es kostet 6 Euro.

Brilmayer-Gesellschaft führte durch das barocke Gau-Algesheim

Gau-Algesheim - Zum Tag des offenen Denkmals, der in diesem Jahr unter dem Motto "Macht und Pracht" stand, rückte die Carl-Brilmayer-Gesellschaft die stattlichen Barockgebäude im Zentrum Gau-Algesheims in den Blickpunkt. Die Vorsitzende Pia Steinbauer konnte dazu mehr als 70 historisch interessierte Bürger begrüßen.
Die Führungen starteten am katholischen Pfarrhaus, dass sich wunderbar erhalten als wohlproportionierter barocker Putzbau präsentierte. Den Neubau des Pfarrhauses verfügte der Mainzer Kurfürst-Erzbischof Lothar Franz von Schönborn im Jahre 1719. Mit Details zur Person Schönborns, aber auch zu historischen Ereignissen jener Zeit setzte Pia Steinbauer das Pfarrhaus in seinen historischen Kontext. Auch zum gegenüberliegenden Kronenberger Hof mit seinem prächtigen barocken Torbogen wusste sie viele historische Details zu berichten. Der Marktplatz mit seinem wunderschönen barocken Rathaus bildete die dritte Station des Rundgangs. Das vollständig aus Stein errichtete Rathaus gab nicht nur einen Einblick in die Baugewohnheiten der Barockepoche, es hielt zudem noch einige Details aus seiner spätgotischen Entstehungszeit bereit. Auch hier war es Schönborn, der 1726 den Umbau des unter den Schweden 1631 niedergebrannten Rathauses anordnete. Der bauhistorische Rundgang schloss mit einem Empfang im Rathaus. Dort gab Stadtbürgermeister Dieter Faust bei einem Gläschen Wein einen Einblick in die stadtgeschichtliche Entwicklung Gau-Algesheims.


Carl-Brilmayer-Gesellschaft - gegründet 1981

Vorstandsmitglieder bei Diskussionen über eine der Kanonenkugeln, die vor der Stadtmauer gefunden wurden, v.l. Björn Scherzinger, Pia Steinbauer, Dr. Michael Kemmer, Dr. Herrad Krenkel, Arnold Avenarius Herborn, Andreas Muders.


Der Initiator: Pfarrer Dr. Ludwig Hellriegel

Ludwig Hellriegel (* 3. April 1932 in Bensheim; † 13. Oktober 2011 in Malching/Oberbayern), promovierter Kirchenhistoriker, war von 1979 bis 1997 Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde in Gau-Algesheim. Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Bensheim Ausbildung und Arbeit als Schreiner und Orgelbauer, Studium der Philosophie und Theologie an der University of Notre Dame, Indiana, am Seminar der Benediktinerabtei Conception, Missouri und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1977 Promotion zum Dr. theol. (Dissertation: Benediktiner als Seelsorger im linksrheinischen Gebiet des ehemaligen Erzbistums Mainz vom Ende des 17. Jh. bis zum Anfang des 19. Jh.). Nach der Priesterweihe Tätigkeit als Aushilfe in Mainz, Mainz-Gustavsburg und Darmstadt, als Kaplan in Mainz-Bretzenheim und Butzbach, als Pfarrer in Schwabenheim an der Selz (1969–1978), Mpika/Sambia (1978/79) und Gau-Algesheim (1979–1997). Im Ruhestand widmete sich Pfarrer Ludwig Hellriegel seinen wissenschaftlichen Projekten und wirkte als Seelsorger in verschiedenen Gemeinden der Bistümer Mainz, Trier und München-Freising.

Leistungen und Ehrungen

  • Verfasser zahlreicher Schriften zur Lokal- und Regionalgeschichte, zur regionalen Geschichte der Juden sowie zur Katholischen Kirche im Nationalsozialismus
  • Mitarbeit als Beauftragter des Bistums Mainz am Deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts ab 1995
  • Initiator und Gründer der Carl-Brilmayer-Gesellschaft zur Erforschung und Pflege der Geschichte des Gau-Algesheimer Raumes (1981)
  • Geistlicher Rat
  • Ehrenpräses der Kath. Kirchenmusik Gau-Algesheim (1997)
  • Heimatliteraturpreis der Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein (2000)
  • Ehrenmitglied der Carl-Brilmayer-Gesellschaft (2002)

Schriften in Auswahl

  • Ludwig Hellriegel unter Mitarbeit von Peter Fleck und Christof Duch (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in den Pfarreien des Bistums Mainz 1933-1945, (Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Bischöflichen Ordinariates Mainz in Zusammenarbeit mit der Carl-Brilmayer-Gesellschaft Gau-Algesheim, 5 Bände, Mainz 1989 ff.
  • Ludwig Hellriegel: Judaica. Die Geschichte der Gau-Algesheimer Juden, Veröffentlichung der Carl-Brilmayer-Gesellschaft Gau-Algesheim, 3. erweiterte Auflage 2008
  • Helmut Moll (Hrsg.): Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, 2 Bände; Paderborn: Schöningh, 5. ergänzte und aktualisierte Auflage 2010

Der Namensgeber: Carl Johann Brilmayer

Carl Johann Brilmayer (auch Karl  Johann Brilmayer) wurde am 29. März 1843 als Sohn des Verwalters Peter Jakob Brilmayer und der Maria Magdalena geb. Vieth in Bingen geboren. Die Vorfahren väterlicherseits waren Schiffer in Bingen. Carl Johann Brilmayer trat nach dem Abitur am Gymnasium Mainz in das Mainzer Priesterseminar ein, wo er von 1864 bis 1868 Philosophie und Theologie studierte. Sein letztes Semester verbrachte er in Würzburg; am 6. Februar 1869 wurde er im Mainzer Dom zum Priester geweiht. Seine berufliche Tätigkeit führte ihn von 1869-1871 als Kaplan nach Sauerschwabenheim (heute Schwabenheim an der Selz), wo er die Filialgemeinden der Umgebung betreute, dann als Lehrer an das bischöfliche Progymnasium nach Dieburg (1871-1876), als Lehrer an die höhere Lehranstalt nach Gau-Algesheim (1876-1883), wo er zusätzlich in der Seelsorge tätig war und ab 1880 den Gottesdienst in Appenheim sowie Ober- und Nieder-Hilbersheim übernahm, als Religionslehrer an das Gymnasium in Worms (1883) und von 1883 – 1903 als Schulrat nach Mainz.

1903 wurde er aus gesundheitlichen Gründen als Regierungsschulrat in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. In all den Jahren bis zu seiner Berufung als großherzoglich-hessischer Schulrat war die Tätigkeit Brilmayers von den staatlichen Gesetzen, den publizistischen Auseinandersetzungen und den Einschränkungen der kirchlichen Arbeit im Kulturkampf betroffen. Brilmayers Interesse an der Geschichte der hessischen Provinz Rheinhessen, seinen Orten und seinen Bewohnern, schlug sich nieder in zahlreichen Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften sowie in der umfangreichen Darstellung „Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart - Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen“, die in seinem letzten Lebensjahr 1905 im Mainzer Verlag Emil Roth erschien. Carl Brilmayer starb am 16. November 1905 in Mainz.

Schriften in Auswahl

  • Geschichte der Stadt Gau-Algesheim. Karl Reidel, Gau-Algesheim 1883.
  • Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart - Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung, Verlag Emil Roth, Gießen, 1905, Verlag Weidlich, Würzburg, 1985 (Reprint)

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