Carl-Brilmayer-Gesellschaft e. V.

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30 Jahre Carl-Brilmayer-Gesellschaft

Vorstandsmitglieder am Stadtmodell im "Raum der Geschichte" der Rathaus-Scheune



Der Initiator: Pfarrer Dr. Ludwig Hellriegel

Ludwig Hellriegel (* 3. April 1932 in Bensheim; † 13. Oktober 2011 in Malching/Obb.), promovierter Kirchenhistoriker, war von 1979 bis 1997 Pfarrer der katholischen Pfarrgemeinde in Gau-Algesheim. Nach dem Besuch der Volksschule und des Gymnasiums in Bensheim Ausbildung und Arbeit als Schreiner und Orgelbauer, Studium der Philosophie und Theologie an der University of Notre Dame, Indiana, am Seminar der Benediktinerabtei Conception, Missouri und an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1977 Promotion zum Dr. theol. (Dissertation: Benediktiner als Seelsorger im linksrheinischen Gebiet des ehemaligen Erzbistums Mainz vom Ende des 17. Jh. bis zum Anfang des 19. Jh.). Nach der Priesterweihe Tätigkeit als Aushilfe in Mainz, Mainz-Gustavsburg und Darmstadt, als Kaplan in Mainz-Bretzenheim und Butzbach, als Pfarrer in Schwabenheim an der Selz (1969–1978), Mpika/Sambia (1978/79) und Gau-Algesheim (1979–1997). Im Ruhestand widmete sich Pfarrer Ludwig Hellriegel seinen wissenschaftlichen Projekten und wirkte als Seelsorger in verschiedenen Gemeinden der Bistümer Mainz, Trier und München-Freising.

Leistungen und Ehrungen

  • Verfasser zahlreicher Schriften zur Lokal- und Regionalgeschichte, zur regionalen Geschichte der Juden sowie zur Katholischen Kirche im Nationalsozialismus
  • Mitarbeit als Beauftragter des Bistums Mainz am Deutschen Martyrologium des 20. Jahrhunderts ab 1995
  • Initiator und Gründer der Carl-Brilmayer-Gesellschaft zur Erforschung und Pflege der Geschichte des Gau-Algesheimer Raumes (1981)
  • Geistlicher Rat
  • Ehrenpräses der Kath. Kirchenmusik Gau-Algesheim (1997)
  • Heimatliteraturpreis der Vereinigung der Heimatfreunde am Mittelrhein (2000)
  • Ehrenmitglied der Carl-Brilmayer-Gesellschaft (2002)

Schriften in Auswahl

  • Ludwig Hellriegel unter Mitarbeit von Peter Fleck und Christof Duch (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in den Pfarreien des Bistums Mainz 1933-1945, (Abteilung Öffentlichkeitsarbeit des Bischöflichen Ordinariates Mainz in Zusammenarbeit mit der Carl-Brilmayer-Gesellschaft Gau-Algesheim, 5 Bände, Mainz 1989 ff.
  • Ludwig Hellriegel: Judaica. Die Geschichte der Gau-Algesheimer Juden, Veröffentlichung der Carl-Brilmayer-Gesellschaft Gau-Algesheim, 3. erweiterte Auflage 2008
  • Helmut Moll (Hrsg.): Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, 2 Bände; Paderborn: Schöningh, 5. ergänzte und aktualisierte Auflage 2010

Der Namensgeber: Carl Johann Brilmayer

Carl Johann Brilmayer (auch Karl  Johann Brilmayer) wurde am 29. März 1843 als Sohn des Verwalters Peter Jakob Brilmayer und der Maria Magdalena geb. Vieth in Bingen geboren. Die Vorfahren väterlicherseits waren Schiffer in Bingen. Carl Johann Brilmayer trat nach dem Abitur am Gymnasium Mainz in das Mainzer Priesterseminar ein, wo er von 1864 bis 1868 Philosophie und Theologie studierte. Sein letztes Semester verbrachte er in Würzburg; am 6. Februar 1869 wurde er im Mainzer Dom zum Priester geweiht. Seine berufliche Tätigkeit führte ihn von 1869-1871 als Kaplan nach Sauerschwabenheim (heute Schwabenheim an der Selz), wo er die Filialgemeinden der Umgebung betreute, dann als Lehrer an das bischöfliche Progymnasium nach Dieburg (1871-1876), als Lehrer an die höhere Lehranstalt nach Gau-Algesheim (1876-1883), wo er zusätzlich in der Seelsorge tätig war und ab 1880 den Gottesdienst in Appenheim sowie Ober- und Nieder-Hilbersheim übernahm, als Religionslehrer an das Gymnasium in Worms (1883) und von 1883 – 1903 als Schulrat nach Mainz.

1903 wurde er aus gesundheitlichen Gründen als Regierungsschulrat in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. In all den Jahren bis zu seiner Berufung als großherzoglich-hessischer Schulrat war die Tätigkeit Brilmayers von den staatlichen Gesetzen, den publizistischen Auseinandersetzungen und den Einschränkungen der kirchlichen Arbeit im Kulturkampf betroffen. Brilmayers Interesse an der Geschichte der hessischen Provinz Rheinhessen, seinen Orten und seinen Bewohnern, schlug sich nieder in zahlreichen Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften sowie in der umfangreichen Darstellung „Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart - Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen“, die in seinem letzten Lebensjahr 1905 im Mainzer Verlag Emil Roth erschien. Carl Brilmayer starb am 16. November 1905 in Mainz.

Schriften in Auswahl

  • Geschichte der Stadt Gau-Algesheim. Karl Reidel, Gau-Algesheim 1883.
  • Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart - Geschichte der bestehenden und ausgegangenen Städte, Flecken, Dörfer, Weiler und Höfe, Klöster und Burgen der Provinz Rheinhessen nebst einer Einleitung, Verlag Emil Roth, Gießen, 1905, Verlag Weidlich, Würzburg, 1985 (Reprint)

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