Carl-Brilmayer-Gesellschaft e. V.

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"Raum der Geschichte" in der Rathausscheune

Erläuterungen der Darstellungen.

Jüngste zehntausend Jahre Geschichte als ZEITSTRAHL (1cm=100 Jahre).

Neben und über der ersten Vitrine in Glasrahmen:

Darstellung 1 : Erdgeschichte
Sichtbar auf dem geo-ökologischen Lehrpfad in Gau-Algesheim.

Darstellung 2 : Vorgeschichte
Auszüge aus Katalog und Begleittext zur Ausstellung „Leben und Sterben in der Steinzeit“ aus dem Jahr 2003, anlässlich des 200jährigen Bestehens des Landesmuseums Mainz, hier: Dokumentation der Funde beim Bau der westlichen Umgehungsstraße Gau-Algesheims.

Darstellung 3 : Keltenzeit
Keltengrabstätte in der Gemarkung Trappenschießer aus der Zeit um 1150 vor Christus. Fotos von Prunklanze und Paradegefäß, gefunden 1936 von Wendelin Hassemer, ausgestellt in Speyer 2005 und dort fotografiert von Helmut Becker mit Zustimmung der Leitung des Historischen Museums der Pfalz in Speyer.

Darstellung 4 : Römerzeit
Vermutete Standorte verschiedener „villae rusticae“ ( römische Landgüter), im Bereich des Welzbaches und seiner Nebenläufe, zur Versorgung der Garnisonen in Bingen und Mainz.

1. VITRINE: Belege aus der frühesten Besiedlung mit Erläuterungen; vgl. die Glasrahmen.

2. VITRINE

Darstellung 5: Erste dokumentierte Erwähnung des Ortes, Kopie eines Auszuges aus dem Urkundenregister (Schenkungskataster) des Klosters Lorsch, wonach am 22. Dezember 766 Nanther und Hiltrud 20 Morgen Ackerland in Alagastesheim dem Kloster übereignen; mit Übertragung des gotischen Textes in Latein und in Deutsch.

Darstellung 6: Stadterhebungs-Urkunde. Verkleinerte Nachbildung der Urkunde mit der Kaiser Karl IV. am 11. Februar 1355 in Pisa an Algensheim die Stadtrechte (aus 1332) bestätigt hat, gemäß den Frankfurter Freiheiten; mit einigen Erläuterungen zu deren Umfang und Wandel im Laufe der Geschichte.

3. VITRINE 

Darstellung 7: Gau-Algesheim im Jahr 1577, originalgroße Nachbildung aus dem Atlas von Gottfried Mascop.

4. VITRINE

Darstellungen 8 und 9: Weitere Kartierungen des Gottfried Mascop zum weiteren Umfeld zwischen Nackum, Alzey, Kreuznach und dem Rhein (mit Übersetzung der lateinischen Widmung) sowie zur Umgebung von Gau-Algesheim und seinen Nachbarn, mit einer aktuellen Luftbildaufnahme zum Vergleich der heute noch erkennbaren Grenzen.

5. VITRINE: Grenzstreit zwischen Gau-Algesheim (Kurmainz) und Ingelheim (Kurpfalz); zwei Stiche: Lit. A mit Hungarische Walfart und Lit. B mit Markierung des Marksteines, „welchen die Ingelheimer den 7. Sep.1699 einseitig gehoben und … gedrehet haben“.

Daneben: Gau-Algesheim im 18. Jahrhundert, unter Fürst-Bischof Lothar Franz Graf von Schönborn.

Kleine Tischvitrine: Der große Brand am 6. September 1811; mit Erläuterungen.

6. VITRINE: Gau-Algesheim mittendrin im Umbruch Europas von 1789 bis 1816: Besetzungen, Einquartierungen, Verschuldungen der Stadt sowie soldatische Insignien.

7. VITRINE: Gau-Algesheim zur Zeit der Mainzer Republik 1792; Rudolf Eickemeyer als Maire von 1811 bis 1813 und 1815 sowie als Bürgermeister von 1816 bis 1821.

8. VITRINE: Lebensläufe der beiden Schüler des Astronomen Max Wolf, Heidelberg mit Bezügen zu Gau-Algesheim: Heinrich Vogt und Franz Kaiser. Der von Kaiser 1913 entdeckte Asteroid Nr. 738 erhielt zu Ehren der Heimatstadt seiner Vorfahren väterlicherseits den Namen „Alagasta“.

9. VITRINE: Weinbau in Gau-Algesheim

10. VITRINE: Dokumentation des weltweiten Erfolges eines Produktes aus Gau-Algesheim: das Holzschutzmittel Carbolineum Avenarius mit: Ursprungszeugnis, Patentschrift und Warenschutzzeichen Dendrin sowie Warenschutzpatenten für USA und China/Japan; erhalten gebliebene Zeugen der Wirkung von Avenarius-Carbolineum (im Holzkasten).

In der Mitte des Raumes: Das Modell der Altstadt von Gau-Algesheim auf der Grundlage des Mascop-Planes aus dem Jahr 1577, angefertigt im Maßstab 1 zu 300, im Winterhalbjahr 2006/07 von Dr. Michael Kemmer. Der Tisch wurde gesponsert von Schreinermeister Gerhard Hattemer, Gau-Algesheim.

An den Wänden hängen rechts neben der Eingangstür: Übersicht der frühen Ansiedlungen im alten Ortskern, angefertigt von Alois Elbert 1955 anlässlich der 600-Jahrfeier der Stadt. (Holzrahmen gesponsert von der Schreinerei Fleischmann, Gau-Algesheim);

An der Stirnseite, neben der großen Vitrine mit Sonderausstellungen: links: Kaiser Karl IV., vor den Stadtbildern von Pisa und Gau-Algesheim, erstellt von Charlotte Waterbeck, 1955; Geschenk des Landkreises Bingen an die Stadt. rechts: Erstes Plakat zum „Fest des jungen Weines“ in Gau-Algesheim, erstellt von Charlotte Waterbeck, 1955, danach mehrmals wieder verwendet.

Über der Heizung: Nachzeichnung des Plans von Mascop durch Clemens Kissel, 1910.

Links neben der Eingangstür: Lageplan der Stadt Gau-Algesheim von 1914 (Format 120 x 140 cm), nach der Einführung des elektrischen Lichts für Gau-Algesheim im Jahr 1909 (rote Linie). Beachtenswert sind die im Westen vorgesehenen möglichen Verlängerungen der Koserstraße und der Eleonorenstraße. Holzrahmen wurde gesponsert von der Schreinerei Fleischmann, Gau-Algesheim.