Carl-Brilmayer-Gesellschaft e. V.

Das Gau-Algesheimer Protokollbuch 1701 - 1733

Das Gau-Algesheimer Protokollbuch 1701 bis 1733 enthält die Niederschriften über die in diesen dreiunddreißig Jahren in Gau-Algesheim gerichtlich geregelten Erbangelegenheiten. Die Carl-Brilmayer-Gesellschaft und die Stadt Gau-Algesheim stellen seine mehr als 1400 Seiten in digitalisierter Form allgemein zur Verfügung. 

Die Protokolle öffnen ein Fenster auf die Lebensumstände in einer kleinen Landstadt zwischen Bingen und Mainz und laden ein zu einer Zeitreise zurück an den Beginn des 18. Jahrhunderts. Detailliert dargestellt finden sich die Besitzverhältnisse und die Art, wie der Übergang des Eigentums gehandhabt wurde. Die Fülle der Informationen gestattet bei vertiefter Auswertung sicherlich auch einen Rückschluss auf die sozialen Verhältnisse und die Regeln des Zusammenlebens. 

 

Im Einzelnen finden sich die Vor- und Nachnamen der Mitglieder des Gerichts und der Gerichtsschreiber, die Vor- und Nachnamen der Erben und Erblasser, wer mit wem verheiratet war und welche Kinder zu wem gehörten und wie die Verwandtschafts­beziehungen waren. Es sind in den Dokumenten alle Vermögens-werte detailliert aufgeführt, etwa die vorhandene Barschaft, bestehende Forderungen und Schulden, beim Hausrat etwa die Anzahl von Kissenbezügen und Betttüchern, von Mützen und Mänteln, von Bechern und Tellern aus Ton und aus Zinn, alle Möbel und ähnliches. Die Lage der Wohnhäuser ist benannt, zum Teil mit Straßennamen, der gesamte Grundbesitz ist aufgeführt, unterteilt nach Äckern, Weingärten, Wiesen und Wald, einschließlich der jeweiligen Flur- oder Gemarkungsbezeich-nungen. Aufgeführt sind auch Rechnungen über die Kosten von Beerdigungen oder die Kosten von Hausrenovierungen, auch etwa der Bestand an Werkzeug eines Küfers, die technischen Einrichtungen einer Mühle und vieles mehr. 

 

Für den an der heimatlichen Geschichte Interessierten bietet das Buch also eine Fülle von Informationen, die nur darauf warten, ausgewertet zu werden. Das Inhaltsverzeichnis (s. rechts) enthält eine Aufstellung aller Protokolle mit einer neu erzeugten laufenden Nummer, dem Datum der Erstellung, der Angabe des Gegenstandes des einzelnen Protokolls und des Grundes, warum das Protokoll verfasst wurde. Aufgeführt sind auch alle Namen der vom Protokoll direkt betroffenen Personen. Ebenfalls angegeben wird die Seitenzahl, unter der das Protokoll zu finden ist. Soweit eventuelle Besonderheiten und Zusammenhänge aufgefallen sind, sind diese in einer eigenen Spalte beschrieben. 

 

Die in einer erstaunlichen Leistung (Autorin Sonja Peil) erzeugte vollständige Abschrift der Protokolle (s. rechts) enthält ebenfalls die neu erzeugte laufende Nummer und die Seitenzahl, unter der das Protokoll im Original zu finden ist. So können Original und Abschrift aufs einfachste verglichen werden. 

 

Zur Abschrift ist anzumerken:

Ergänzte, nicht im Protokoll stehende Worte bzw. Wortteile bei Abkürzungen sind in Klammern gesetzt. Die Groß- und Kleinschreibung ist oftmals nicht unterscheidbar. Nicht immer eindeutig ist, ob Worte zusammen oder getrennt geschrieben wurden, ebenso, ob mit einem Buchstaben ein „h“, ein „s“ oder ein „ß“ gemeint ist, gleiches gilt für das „a“ und das „o“. Worte, die nicht sicher entziffert werden konnten, wurden gelb unterlegt.

 

Wer immer sich mit einer Auswertung der Dokumente befassen will, möge seine Absichten über die E-Mail-Adresse info(at)brilmayer-gesellschaft.de mitteilen, damit eine gewisse Koordination stattfinden kann und Doppel- oder Mehrfacharbeit vermieden wird.

 

AZ-Artikel vom 3. Juli 2014 - weiter ...

AZ-Artikel vom 5. Juli 2014 - weiter ...